Social Day beim ASB

Die Frühstückstafel ist gedeckt. Eingie Gäste haben Platz genommen.
Gregor und Anika begrüßen alle.
Bei „RTH Retten Teilen Helfen“, wie der Name schon sagt, retten wir Lebensmittel und verteilen sie an Bedürftige. Wir haben nur jene Warenmenge zur Verfügung, die wir am jeweiligen Tag von unserem Spender bekommen und gerettet haben. Meistens auch nur Obst und Gemüse, kein Fleisch und keine Milchprodukte. An unterschiedlichen Verteilungstagen kommen andere Besucher*innen zu uns, die gemeinsam vor der Verteilung der Lebensmittel ein Frühstück zubereiten, sich dabei austauschen und kennenlernen können, dabei findet alles in einem geschützten Raum statt. Jede/r darf sich geschützt wissen. Unsere Handlungen sind bestimmt durch Respekt, Freundlichkeit und Geduld.

Unsere Zielgruppen sind neben Bürgergeldempfängerinnen und Rentnerinnen auch Alleinerziehende und Frauen bei denen die finanziellen Mittel knapp sind. Unsere Kooperationspartner*innen sind Haus der Familie, HausDrei, ASB und Flaks, woher wir auch hauptsächlich unsere Klientel beziehen.

Bei uns kommen also auch Kinder zu Besuch, die malen und spielen oder sogar bei der Reihenfolge-Verlosung mithelfen dürfen. Für diese Kinder gibt es immer einen Tisch, an dem sie malen, puzzeln und spielen können. Wir achten darauf, dass Kinder immer besonders geschützt sind. Bei uns dürfen die Kinder frei sein, d.h. sie dürfen auch laut sein.

Alle müssen geschützt sein. Deshalb bitten wir stets darum, dass sich auch alle freundlich und respektvoll untereinander benehmen, mit gewählter Sprache, Rücksicht aufeinander und defensivem Verhalten.

Jeder darf gerne mithelfen. Dabei steht die Freude am gemeinsamen Erlebnis im Vordergrund. Eine super perfekte Aufteilung bekommt man selten hin, aber wir versuchen jedes Mal so fair, gerecht und gleichmäßig die geretteten Lebensmittel zu vergeben, wie es uns möglich ist. Es ist ja alles geschenkt. Wir begleiten den gesamten Prozess freundschaftlich: Freunde für Freunde.

Ablauf

Für unser Projekt wollen wir die Tische zusammenstellen. Wir bauen eine Tafel für ein gemeinsames Frühstück und zum Sitzen und eine zweite für die Waren, zum Verteilen.

Neben dem Frühstückstisch schaffen wir an einem anderen Platz einen Bereich für Kinder zum Malen, Basteln oder Puzzeln.

Der Warentisch wird parallel zum Mittelgang aufgereiht. Die Tische dürfen hier gerne eine Hand breit Abstand haben, damit mehrere Kisten Platz finden. Auf dem Warentisch wird unsere Plastik-Tischdecke ausgebreitet.

Kisten und Waren holen wir gemeinsam aus den Fahrrädern und breiten sie auf dem Tisch mit der Plastikdecke aus. Wenn der schon voll ist, kann man auf andere Stellflächen ausweichen.
Bitte vorsichtig sein. Die Kisten sind manchmal sehr voll gepackt und extrem schwer. Am besten tragen wir diese immer zu zweit. Und dabei bitte immer auf den Rücken achten. Alle sollen gesund bleiben.

Bevor sortiert wird, ist es ratsam Mülltüten aufzustellen. Wir brauchen davon drei. Eine für Plastik, eine für Papier und Pappe, und eine für Reste.

Jetzt haben wir Aufgaben, die gleichzeitig gemacht werden können. Sortieren der Waren und Zubereitung der Speisen für die Frühstückstafel. Wer dabei helfen möchte, ist gerne dazu eingeladen.

Frühstück vorbereiten

Wir haben die Möglichkeit, uns vom Geschirr aus der Küche zu bedienen und die Kaffee-Maschine zu benutzen. Aus den gespendeten Waren bauen wir jetzt ein kleines Buffet mit Speisen und Getränken zusammen. In der Küche dürfen sich aber nur autorisierte Personen aufhalten.

Einige decken also den Tisch und andere schneiden Obst. Oft gelingt es, dass wir ein schönes Bild erzeugen, wenn alles aufgedeckt ist. Dann machen wir ein Foto, bevor wir das Buffet eröffnen. Wir achten darauf, dass keine Gesichter, sondern nur das Essensgaben fotografiert werden. Unser Raum soll für alle geschützt sein und bleiben.

Waren sortieren

Beim Abholen werden die Waren oft durcheinander gemischt. Aber jetzt sollen Äpfel zu Äpfeln, Paprika zu Paprika gelegt und die kleinen Kartoffeln unter dem Kohl gefunden werden usw.

Wir haben für das Sortieren sechzehn Plastikgemüsekisten zur Verfügung.

Beim Sortieren achten wir auf die Qualität der Waren. Schimmelige Teile sofort entfernen. Teile mit starken Druckstellen bringen wir in die Küche. Dort können sie für den Frühstückstisch verarbeitet werden.

Wir stellen nun kleine Haushaltsscheren zur Verfügung. Verpackungen können damit geöffnet und nach Plastik und Papier getrennt in die Müllbeutel geworfen werden. Wenn von einer Sorte sehr viele Verpackungen vorhanden sind, kann man die Waren verpackt lassen. Jeder Besucher bekommt bei der Verteilung dann eine Packung.

Für das Sortieren von Backwaren legen wir als Erstes die Kisten mit Backpapier aus und ziehen dafür Latex-Handschuhe über.

Vorbereitung der Verteilung

Die Frühstückstafel ist gedeckt. Die Gäste haben Platz genommen.
Am Frühstückstisch sind nun gefüllte Teller, Kannen voller Kaffee oder Tee und die meisten Besucher haben dort bereits Platz genommen, speisen und klönen. Derweil wird die Einteilung erarbeitet.

Für das Sortiment haben wir beschriftete Pappkarten mit Bildern vorbereitet, auf welche die gezählten bzw. geschätzten Mengen notiert werden. Diese werden Stück für Stück zu den entsprechenden Waren gelegt.

Für die Verteilung ist es klug, die vorhandenen Waren gut sortiert aufzustellen. Schwere Sachen werden nun nach links und Leichtes, sowie Empfindliches nach rechts gelegt. Zudem werden „Entweder-Oder“ Kisten aufgebaut. Hier landen jene Waren, von denen wir nicht genug haben und sie deshalb zur Auswahl stellen. „Entweder-Oder“ Kisten sollten thematisch passend sein, so es geht. Also Obst zu Obst, Salat zu Salat.

Für die Reihenfolge haben wir inzwischen Karten verteilt, meist aus Quartetts mit Tieren oder Schiffen. Wir haben zwei identische Stapel. Aus einem entnimmt sich jeder Besucherin eine Karte, quasi wie eine Nummer. Mit dem anderen ziehen wir per Los-Verfahren gleich die Reihenfolge. Das ist nötig, da wir nicht immer überwachen können, wer in welcher Reihe angekommen ist. Um doch eine gewisse Gerechtigkeit nach Zeit zu erhalten, verteilen wir die Karten stets in gewissen Abständen.

Anhand der Kartenmenge sehen wir jetzt, wie viele Menschen etwas bekommen werden. Wir schätzen noch wie viele Nachzügler zu uns stoßen könnten und haben nun einen Zähler.

Es folgt das Auslegen der Mengenschilder.

Mit der Formel
Warenmenge / Besucherzahl = Menge pro Person

ermitteln wir die Anzahl, die jeder von einer Sache mitnehmen kann.

In diesem Prozess schauen wir, ob wir noch mal umstellen, um gute „Entweder Oder“ Zusammensetzungen zu haben.

Verteilung

Nach der morgendlichen Begrüßung und kleinen Ansprache beginnt die eigentliche Verteilung.

Die einzelnen Stapel mit den Karten werden nun jeweils gemischt und eine möglichst neutrale Person, zieht eine Karte. Die Person, die die Gegenkarte hat, ist jetzt dran und darf zum Warentisch kommen und sich entsprechend der Mengen, die wir errechnet haben, Obst und Gemüse mitnehmen. Die Moderatorin hilft beim Auswählen und einpacken in die Taschen.

Wir bitten darum, immer eigene Taschen, Eierpappen und Trolleys mitzubringen.

Von den Waren, die ohnehin nach gleichen Mengen geteilt werden, ist die Reihenfolge egal, aber für die Auswahlmöglichkeit jetzt, bei den „Entweder-Oder“ Kisten, haben die zuerst gelosten Besucher natürlich einen Einscheidungs-Vorteil.

Nach der Verteilung

Wenn alle Karten gezogen wurden und jeder etwas bekommen hat, kommen wir langsam zum Ende.

Das Geschirr bringen wir wieder in die Küche zurück und stellen es in die Spülmaschine. Alles wird von uns wieder sauber hinterlassen, damit die nächste Gruppe wieder einen gepflegten Raum vorfindet.

Die übrig gebliebenen Dinge, die durch Modulo oder weil jemand etwas nicht mitnehmen wollte entstanden sind, werden in eine Kiste zusammengelegt.

Zum Ende kommt manchmal eine Seniorenküche, die für arme alte Leute, die nicht mehr das Haus verlassen können etwas Gemüse und Obst mit nimmt.

Manchmal gibt es auch noch mal weitere Nachzügler. Die können wir dann mit Übrigem bedienen.

Kisten, die wieder leer sind, werden von Resten, Stilen, Blättern, Fruchtsaftflecken frei gemacht und wieder hygienisch gereinigt und danach in das Lastenrad zurück gestapelt.

Am Ende reinigen wir die Tische mit einer Handbürste und wischen sie danach sauber ab. Die Tischdecke wird ebenfalls gewischt und getrocknet wieder zusammengelegt.

Der Boden wird von uns sauber gefegt und die Tische und Stühle werden wieder zurück an die alten Positionen gestellt. Der angesammelte Müll wird von uns in getrennte Müllbehälter entsorgt.

Taschen, die uns gehören, werden zurück in die Fahrräder gelegt.

That’s it .

Am 22.11.25 hatten wir übrigens die Ehre, dass uns Mitarbeiter der Firma AdEx Partners an einem „Social Day“ bei unserer Verteilung halfen.

Nochmal einen großen Dank für Eure Hilfe!

Einige aus unserem Team* waren auf diesen Tag vorbereitet und haben die Besucher freundlich und erfolgreich bei den Aufgaben s.o. angeleitet.
(*Unsere Teilnehmer helfen und unterstützen uns regelmäßig selbstwirksam bei den Aufgaben, statt passiv die Waren nur entgegenzunehmen. Dabei trainieren sie Sprache und gemeinsames Entscheiden und Handeln.)

Außerdem durften wir uns über eine große Spende eines Kosumwarenherstellers freuen. Somit waren an diesem Tag nicht nur Lebensmittel, sondern auch Pflegeprodukte in unserem Angebot.

Falls Ihr unser Projekt mit einer Spende unterstützen möchtet, könnt ihr gerne mit uns Kontakt aufnehmen oder über unser Spendenkonto spenden. Nur durch Spenden können wir weiterhin diese wohltätige Arbeit ausüben. Danke dafür!
















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